Residenz München - Allerheiligen Hofkirche

König Ludwig I. ließ in den Jahren 1826 bis 1837 die Allerheiligen-Hofkirche vom Architekten Leo von Klenze in der Residenz München errichten. Der Grundgedanke für diesen klassizistischen Kirchenbau wurde bei den zahlreichen Italienreisen des Kronprinzen Ludwig gelegt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche starke Schäden. Dach und Gewölbe waren zerstört, dies führte in den Folgejahren zum Verlust der freskalen Ausmalung des Künstlers Heinrich Maria Heß. Der Abbruch der Ruine konnte 1968 verhindert und unter Mitwirkung von Hans Döllgast erste Sicherungsmaßnahmen begonnen werden. In einem zweiten Abschnitt hat man Ende der 1980-iger Jahre die Kuppeln wieder eingezogen und die Fassaden renoviert.

Nach einigen Jahren der provisorischen Nutzung erhielt das Hochbauamt 2000 den Auftrag zum Umbau der Kirche in einen vielfältig nutzbaren Veranstaltungsraum für bis zu 400 Personen. Mit dieser Aufgabe wurde nach einem VOF-Verfahren das Architekturbüro Guggenbichler & Netzer betraut. Der Erhalt des kraftvollen Innenraumes mit seinem Rohbaucharakter war gemeinsames Ziel aller Planungsbeteiligten. Erforderliche Technik wie Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Beschallung, Sanitäranlagen und funktionale Notwendigkeiten wie Rettungswege, Brand-schutz, Garderoben, Toiletten, behinderten-gerechte Zugänge usw. wurden mit geringst-möglichen Eingriffen in die vorhandene Bau-substanz eingefügt.

Alle Erfordernisse sind mit größtmöglicher Zurückhaltung, aber dennoch in ablesbar zeit-genössischer Formensprache erfolgt, dem entspricht auch die sparsame Materialwahl Stahl, Glas und Beton.

Der Veranstaltungsraum in der ehemaligen Allerheiligen-Hofkirche wurde am 3. Juni 2003 feierlich eröffnet. Die Kosten betragen seit 1985, 10,7 Mio. €.



Fotos: Schambeck & Schmitt, München