Museum für die Sammlung Brandhorst

Der Neubau für die Sammlung Brandhorst entsteht in unmittelbarer Nähe zur 2002 eröffneten Pinakothek der Moderne und erweitert somit das Kunstareal in der Maxvorstadt um ein weiteres Museum. Die Sammlung des Ehepaares Udo und Anette Brandhorst umfasst bedeutende Werke zeitgenössischer Kunst, etwa Arbeiten von Andy Warhol und Cy Twombly, wodurch sich gemeinsam mit der Pinakothek der Moderne die Chance ergibt die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im pointierten Überblick darzustellen.
2002 fand ein Architektenwettbewerb statt, den nach zwei Überarbeitungsphasen das Berliner Architekturbüro Sauerbruch-Hutton für sich entscheiden konnte. Der Entwurf gliedert die drei Nutzungsbereiche Foyer, Ausstellung und Verwaltung in einen Längsbau entlang der Türkenstraße und einen Kopfbau, der die Ecke zur Theresienstraße städtebaulich akzentuiert. Im Kopfbau ist das Foyer mit kleiner Gastronomie und einem Buchshop untergebracht.

Von dort entwickelt sich der Ausstellungs-bereich mit einer Fläche von ca. 3.200 qm nach Süden, wobei der Besucher die Möglichkeit hat über eine repräsentative Treppenanlage drei Etagen zu erreichen. Im Untergeschoss befindet sich der natürlich belichtete „Patio“, an den sich 6 Kabinette für Graphik und Fotokunst sowie der Multimediabereich angliedern. Das Erdgeschoss enthält 8 Ausstellungsräume, die durch Lichtlenkelemente natürliches Seitenlicht erhalten sollen. Im Obergeschoss befinden sich neben 3 kleineren Ausstellungsräumen die beiden größten Säle des Museums. Ein Saal mit ca. 450 qm ist sowohl für große Werke bestimmt, als auch für Sonderausstellungen flexibel zu nutzen. Der 350 qm große Saal im Kopfbau ist der Präsentation des zwölfteiligen Lepanto-Zyklus von Cy Twombly, einem der wichtigsten Werke der Sammlung, gewidmet.

Am südlichen Ende schließt der Rundgang mit einer Lounge, die zum Verweilen einlädt und interessante Ausblicke auf die Alte Pinakothek und die Pinakothek der Moderne ermöglicht. Eine Besonderheit des Gebäudes stellt die mittlerweile fertig gestellte Fassade dar. Sie besteht aus ca. 35 000 vertikal montierten, farbig glasierten Terrakottastäben. Die 3 Farbgruppen - bestehend aus jeweils 7 Einzelfarben - spiegeln die innere Gliederung des Gebäudes nach Außen wider. Die dunkelrötliche Farbgruppe markiert den Sockelbereich des Gebäudes. Darüber liegt, getrennt durch ein Lichtband, das Hauptausstellungsgeschoss dargestellt in einer gelbrötlichen Farbigkeit. Der Kopfbau dagegen zeigt sich in hellen rosa Tönen und nimmt damit den farblichen Dialog zur Nachbarbebauung auf. Seit Mai 2009 ist das Museum für die Besucher geöffnet.
Fotos: Staatliches Bauamt München 1